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12.04.09   Rezension   Autor: Timo Büdenbender 
Mainzer Schachverein, Schachabteilung Schott
Manfred Efinger

EfingerbuchNur wenige Schachvereine erleben ihren 100.Geburtstag - und angesichts der aktuellen Entwicklung der Vereinslandschaft wird sich dies auch nicht ändern. Die "Schachabteilung 09 des TSV Schott Mainz" ist 2009 so ein Jubilar und wartet mit einer wirklichen Seltenheit auf: Manfred Efinger eine über 300 Seiten starke Chronik der Schachabteilung von Schott bzw. des Vorgängervereins "Mainzer Schachverein" geschrieben und veröffentlicht!

In jahrelanger Kleinarbeit sichtete der Autor, immerhin Kanzler der TU Darmstadt, unzählige Quellen bis hinein ins 19.Jahrhundert und befragte Zeitzeugen der jüngeren Vereinsgeschichte. Herausgekommen ist ein umfangreiches Werk mit einer schier unglaublichen Detailtiefe - bis hin zu den genauen Anschriften früherer Spitzenspieler und Funktionäre oder den Einzelergebnissen von Simultanveranstaltungen bleiben keine Fragen unbeantwortet. Untermauert werden die Ausführungen von 70 Abbildungen, teilweise auch aus sehr frühen Jahren. Besonders spannend sind die Abschnitte über die 20er Jahre und die NS-Zeit. Wer hätte gedacht, dass es 1925 mehr Schachabteilungen in Mainz gab als heute?

Der wissenschaftliche Hintergrund des Autors ist nicht nur angesichts der zahlreichen Fußnoten und umfangreichen Quellenangaben augenscheinlich. Auch der Stil ist sachlich-objektiv, ohne jedoch langweilig oder schwer verdaulich zu wirken. Wer einen spannenden Schach-Krimi erwartet, wird jedoch nur an vereinzelten Stellen fündig. Dass die "Schott-Brille" eines eingefleischten Vereinsmitglieds fehlt, macht das Werk hingegen für Nicht-Schottler angenehm zu lesen. Wer sich für die detaillierte Chronologie der Vereinsturniere, Verbandsmeisterschaften und Klubaktivitäten nicht erwärmen kann, wird durch die längsschnittartigen Exkurse entschädigt. Alternativ ist auch Querlesen möglich - die eingestreuten Anekdoten laden immer wieder zum Verweilen auf der ein oder anderen Seite ein. Auch die zum Ende häufiger beigemischten Partien, teilweise kommentiert, bieten Abwechslung.

Aus Heimersheimer Sicht findet hauptsächlich die Grill-Partnerschaft in den 90er Jahren Erwähnung. In diesem Zusammenhang sind auch ein paar Zeilen über Ralph Biewer geschrieben. Als ehemaliger Schottspieler taucht weiterhin Guido Neuberger auf, auch die Rheinhessenmeistertitel von Gleb Voropaev (damals Heimersheim) bleiben nicht unerwähnt. Ein Foto stammt sogar aus Heimersheim und von einem Heimersheimer Fotografen: Auf S. 272 ist Matthias Dann bei seinem Sieg beim Alex-Dawidowski-Turnier 2007 zu sehen. Anhand seines Stils lässt sich das Foto wohl dem Apparat Matthias Krenzers zuordnen.

Fazit: Das Buch ist wärmstens zu empfehlen! Insbesondere jüngere Schachfreunde können mit dem Werk einen interessanten Blick in das Schachleben vor ihrer Zeit gewinnen. Für (rhein)hessische Schachspieler eine Pflichtlektüre.

Mainzer Schachverein
Schachabteilung Schott
100 Jahre ¤ 1909 - 2009

ISBN: 978-3-00-027041-3
Ladenpreis: 25€
Erscheint im Mai 2009

Bestellung bei:
Dr. Manfred Efinger
Kurt-Schumacher-Straße 87
55124 Mainz
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